Anerkennung, Verantwortung und gesellschaftliche Wehrhaftigkeit
Veröffentlicht am 15. Juni 2026 von

Anerkennung, Verantwortung und gesellschaftliche Wehrhaftigkeit
Zweiter Nationaler Veteranentag in Nördlingen: Starkes Signal für Bundeswehr und Reserve – Roderich Kiesewetter fordert mehr Verantwortung für Europas Sicherheit
NÖRDLINGEN – Freiheit, Frieden und Demokratie sind keine Selbstverständlichkeit. Sie müssen von jeder Generation aufs Neue bewahrt, gestärkt und verteidigt werden. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des zweiten Nationalen Veteranentages, der am Samstag, den 13. Juni 2026, in Nördlingen mit einem umfangreichen Informations- und Vortragsprogramm begangen wurde. Organisiert von der Reservistenkameradschaft Nördlingen und dem Arbeitskreis Außen- und Sicherheitspolitik (ASP) Donau-Ries bot die Veranstaltung eine Plattform für Dialog zwischen Bevölkerung, Bundeswehr und Politik.
Großes Interesse an Bundeswehr und Reserve
Bereits am Vormittag verwandelte sich das Stadtgebiet in eine Informationsmeile. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich an den Ständen der Reservistenkameradschaft Nördlingen, des IT-Bataillons 292 aus Dillingen an der Donau sowie des Karrierecenters der Bundeswehr München über den Dienst in den Streitkräften und sicherheitspolitische Themen zu informieren. Ein kulinarischer Anziehungspunkt war die traditionelle Verpflegung aus der „Feldküche“. Die dabei gesammelten Spenden kamen der örtlichen Stiftung „Nördlinger Hilfe in Not“ zugute.
Politischer Zuspruch und Dank an die Veteranen
Am Nachmittag setzte sich das Programm im voll besetzten Pfarrsaal St. Salvator fort. Der ASP-Kreisvorsitzende Karl Scherlin hieß dort namhafte Ehrengäste willkommen, darunter den parlamentarischen Staatssekretär Ulrich Lange (MdB), Nördlingens dritten Bürgermeister Thomas Mittring, den stellvertretenden Bezirkstagspräsidenten Peter Schiele sowie führende Vertreter des Reservistenverbandes und des ASP Schwaben.
Scherlin hob in seinem Grußwort die wachsende Bedeutung des erst 2024 vom Bundestag beschlossenen Gedenktages hervor. Der Tag sei ein zutiefst notwendiger Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung für jene rund zehn Millionen Menschen in Deutschland, die als aktive oder ehemalige Soldatinnen und Soldaten ehrenhaft Dienst für das Land geleistet haben oder leisten.
Kiesewetter: „Für mein Land kämpfen? Ja, sicher!“
Den thematischen Höhepunkt bildete der sicherheitspolitische Vortrag von Roderich Kiesewetter (MdB, Oberst a.D.) unter dem Titel „Für mein Land kämpfen? Ja, sicher!“. Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Lage und des Krieges in Europa zeichnete Kiesewetter ein klares Bild der anstehenden Herausforderungen.
Er mahnte an, dass Deutschland und Europa deutlich mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen müssten. „Ich betone seit Jahren, dass Deutschland eine stärkere strategische Kultur entwickeln und mehr Verantwortung für die Sicherheit Europas übernehmen muss“, so der Bundestagsabgeordnete. Neben einer materiell leistungsfähigen Bundeswehr und einer glaubwürdigen Abschreckung forderte er vor allem eine Stärkung der gesellschaftlichen Widerstandskraft (Resilienz). In der anschließenden, lebhaften Diskussion nutzten die Zuhörer intensiv die Chance, mit dem Experten über die Zukunft der Verteidigungsfähigkeit zu debattieren.
Sicherheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Zum Abschluss der Veranstaltung spannte der stellvertretende Bezirkstagspräsident Peter Schiele den Bogen von der rein militärischen zur gesellschaftlichen Verantwortung. Wehrhaftigkeit dürfe nicht allein auf die Bundeswehr abgewälzt werden. Vielmehr handele es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der jeder Einzelne einen Beitrag leisten müsse, um die demokratischen Grundwerte langfristig zu schützen.
