Die Möglichkeit einen Blick hinter die Gitter einer Justizvollzugsanstalt zu werfen, wurde durch den Leiter der JVA Niederschönenfeld, Hr. LRD Peter Landauer, ermöglicht. Die RK Riedlingen, mit ihrem RK-Vors Karl Würth nutzte mit zahlreichen Teilnehmern diese nicht alltägliche Gelegenheit.

 

Hr. J. Reichensberger begrüßte die “Neuen”, anschließend führte der Dienstgruppenleiter des allgemeinen Vollzugsdienstes, Hr. Karl-Heinz Gerner, in die Thematik ein. Die anschließende Führung durch die Vollzugsanstalt wurde durch den Sicherheitsbeamten Michael Kobetz begleitet.
Beim Eingangsbriefing war zu hören, dass Niederschönenfeld früher das Kloster eines Wallfahrtsortes war, ehe es eine von 36 JVA’en in Bayern wurde; in früheren Jahren wurde Jugendstrafvollzug durchgeführt. Der Zellenaltbau stammt aus den Jahren 1658 bis 1662, ehe der Zellenneubau 1899 fertig gestellt werden konnte.
Die Ausbruchssicherheit ist durch eine ausgeglügelte mechanische Schließanlage sicher gestellt; wobei besonders herausgehoben wurde, dass derzeit kein elektronisches System im Ernstfall solch schnelle Reaktionszeiten ermöglicht.

Niederschönenfeld ist für den Erstvollzug bei einer Dauer von bis zu 4 Jahren zuständig; derzeit sitzen 39 Nationalitäten ein, wobei die Deutschen immer noch die größte Vollzugs-Gruppe stellen.

Interessant ist auch, dass Insassen bei zusätzlichem Dienst in den Werkstätten € 1,20 bis 1,50 pro Stunde verdienen können und einen Urlaubsanspruch haben, wenn sie eine mindestens 6 monatige Haftstrafe verbüßen müssen. Aber auch negatives kann Sie treffen, € 10,00/Tag – wenn Sie möglicherweise den Dienst unbegründet verweigern.
Während der Führung konnte beispielsweise, neben Hofgelände, Arrestzelle, Polsterei, Autowerkstätte auch die Wäscherei und Küche besichtigt werden.

Auch hier, wie bei anderen öffentlichen Ämtern, bereitet der Nachwuchs des Personal, Probleme.

BIld / Text: W. Wölfel