die traditionelle sicherheitspolitische InfoFahrt führte nordschwäbische Reservisten diesesmal ins Elsass.

Die deutschfranzösische Brigade in Müllheim stellte Unterkunft und Grundverpflegung sicher. Besichtigt wurden neben dem Hartmannsweiler Kopf, das Konzentrationslager in Natzweiler/Struthof, das Fort de Mutzig sowie die Festung Schoenenbourg.
Kreisvorsitzender Schwaben-Nord, Werner Wölfel hatte mit Unterstützung der Kreisgruppe Baden Süd-West, dessen Organisationsleiters in Freiburg, Alexander Vögtle, dem Kreisvorsitzender Robert Orzschig, dem KrsInternetbeauftr Michael Ferdinand und dem Feldwebel für Reservistenangelegenheiten in Müllheim, StFw Wolfgang Bader auch in diesem Jahr ein sehenswertes Programm zusammen stellen können.
Am Hartmannsweilerkopf wurde neben der Gedenkstätte und der darin liegenden Krypta  der anliegende Friedhof in exponierter Hanglage besichtigt.
Der Hartmannsweilerkopf war während des Ersten Weltkrieges, in der Zeit vom Dezember 1914 bis etwa Mitte 1916, zwischen Deutschen und Franzosen in strategisch günstiger Lage mit Ausblick auf die elsässische und Oberrhein-Ebene erbittert umkämpft; 25.000 Soldaten musste ihr Leben lassen.
Das gut erhaltene System von Schützengräben sowie die mit Gras überwachsenen Granattrichter zeugen heute noch davon.

Die Besichtigung des Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, welches zwischen Mai 1941 und  November 1944 ein sogenanntes Straf- und Arbeitslager des nationalsozialistischen Deutschlands war, regte so manchen Nordschwaben zum Nachdenken ob der Grausamkeiten an.
Etwa 52.000 Häftlinge aus ganz Europa wurden dorthin sowie in die angeschlossenen Außenlager deportiert. 22.000 Personen starben an den Haftfolgen, Krankheiten, Kälte, Mangelernährung oder wurden ermordet.

1960 wurde dort von Staatspräsident General de Gaulle das “Mémorial de la Déportation” (Mahnmal) eingeweiht; später kam ein Museum hinzu.

Das Fort de Mutzig auch nach seinem Erbauer Kaiser Wilhelm II. als Kaiser-Wilhelm-Festung benannt, ist eine der ersten Festungen der Superlative; die mächtigste Festung dieser Zeit in Europa.
Nach einer Konstruktions- und Bauzeit von 1893 bis 1918 war sie von 1940 bis 1944 auf 254 Hektar, ca. 50 Gebäude sowie 22 schwere Kanonen mit 7.000 Soldaten im Einsatz. Diese ehemalige Kriegsmaschine ist zwischenzeitlich zu einem Ort des Friedens und einer deutsch-französischen Zusammen-arbeit geworden.

Das Fort de Schoenenbourg war als Artilleriewerk  Bestandteil der Maginolinie; ein aus Bunkern bestehendes Verteidigungssystem entlang der französischen Grenze. Diese Werke stellten die größten Befestigungsanlagen dar.  Zwischen 250 und 1.100 Soldaten waren darin untergebracht und konnten dank eigener Stromversorgung, großen Vorräten von Lebensmitteln, Trinkwasser, Kraftstoff und Munition für bis zu 90 Tage die Verteidigung sicher stellen.
Es wurde von 1930 bis 1940 erbaut um Angriffe aus den Nachbarländern, Belgien, Luxemburg, Deutschland und Italien zu verhindern bzw. abzuwehren. Ihre Haupteinsatzzeit war vom September 1939 bis Juni 1940. Trotz aller Einschläge von gegnerischen Bomben soll die Festung kaum Schaden genommen und auch keine Waffen beschädigt worden sein. Das Fort ist im Originalzustand erhalten und vollständig eingerichtet.

Von den Eindrücken des Wochenendes beherrscht, wurden noch lange im Bus gefachsimpelt und Pläne für eine Fahrt im Jahr 2016 geschmiedet.

Bild: KrsGrp Baden Süd-West
Text: Werner Wölfel