Reservisten Jeder Reservist ist Mittler der Bundeswehr in der Gesellschaft. Das Ziel der Sicherheitspolitischen Arbeit ist es Zusammenhänge, Abläufe und Entwicklungen der aktuellen internationalen und nationalen Sicherheitspolitik zu vermitteln, damit der Reservist seiner Rolle als Mittler in der Öffentlichkeit gerecht werden kann.
Wertingen  Der 11. Sicherheitspolitische Jahresempfang des Reservistenverbandes Schwaben-Nord fand im Schloss Wertingen statt. Der Hauptreferent Oberst d. R. Mario Hempel Beauftragter des Präsidiums des Reservistenverband in Bonn referierte über das Thema „Cyber“, welches nicht aktueller hätte sein können.
Kreisvorsitzender Werner Wölfel begrüßte im nahezu voll gefüllten Gewölbekeller des Schlosses in Wertingen Reservisten aus allen Ebenen, voran den Stellvertreter des Präsidenten, MdB Karl-Heinz Brunner, Ehrengäste von Politik, Bundeswehr und Behörden. Im Grußwort dankten stellvertretender Landrat Dillingen a. d. Donau Alfred Schneid, Abgeordneter Johann Häusler, Oberst d. R. Roland Hettmer für das LKdo BY, RegStab TA Süd, sowie Frau Hauptmann Anne Schönberger im Namen des Kommandeurs IT-Btl 292 aus Dillingen a. d. Donau.
Mit den Worten: „Es ist uns eine vornehmliche Ehre und Kameradenpflicht, dass wir uns im besonderen unserer verstorbenen und gefallenen Kameraden und Reservisten erinnern“, bat KrsVors Werner Wölfel, die Anwesenden zur Schweigeminute, sich von den Plätzen zu erheben.
Unter dem Titel „Cyber – das neue digitale Gefechtsfeld“ trug Oberst d.R. Mario Hempel, Beauftragter des Präsidiums für Cyber vor, wie sich der Reservistenverband dieser neuen Herausforderung stellt.
Anhand bereits erfolgter Angriffe, wie dem auf das iranische Atomprogramm STUXNET oder dem ersten Cyber-Angriff mit physischen Schäden gegen ein deutsches Ziel, den Hochofen eines Stahlwerks im Jahr 2014, konnte er zeigen, dass Angriffe im Cyber-Raum ganz reale Folgen haben können. Umso mehr, da heute fast jedes größere elektronische Gerät mit dem Internet verbunden ist – vom Auto bis hin zum Kühlschrank.
Hempel erläuterte den Anwesenden anschaulich, warum es so schwierig ist, den Täter hinter einem Cyber-Angriff zu identifizieren und warum der Angriff im Bereich Cyber immer einfacher ist als die Verteidigung.
Im Anschluss verdeutlichte er, wie die Bundesrepublik in der Cyber-Abwehr aufgestellt ist. Eine Fragestellung, die vor dem Hintergrund der Hacker-Angriffe auf das Verteidigungsministerium und andere Teile des geschlossenen Regierungsnetzes brennende Aktualität besitzt.
Die Bundeswehr ist dabei mit dem Kommando Cyber- und Informationsraum für die Cyber-Verteidigung der Bundesrepublik gegen Angriffe von außen zuständig – auch wenn oft schwer zu bestimmen ist, woher ein Angriff genau herkommt.
Der Reservistenverband mit seiner Arbeitsgemeinschaft Cyber, die Mario Hempel leitet, unterstützt das Kommando mit der Identifikation von Spezialisten in der Reserve. Im Aufbau befinden sich Schulungsangebote für alle Reservisten, vom IT-Neuling bis zum Spezialisten. Eines wurde damit allen Zuhörern klar – Cyberattacken werden aus der modernen Kriegsführung kaum wieder verschwinden.
Anschließende Fragen der interessierten Zuhörerschaft rundeten den kurzweiligen Vortrag über dieses aktuelle Gesellschaftsproblem ab.

Mit Dankesworten für seinen äusserst kompetenten Vortrag erhielt Mario Hempel das Gastgeschenk (Kompaß mit Gravur) der KrsGrp Schwaben-Nord durch KrsVors W. Wölfel überreicht.

Nach dem der Reservistenmusikzug Nordschwaben „König Ludwig“ mit Kapellmeister Johann Rexel die Bayern- und Nationalhymne ausklingen ließen, konnten sich die Geladenen beim traditionell anschließenden Jahresempfang weiter über sicherheitspolitische Themen vertiefen.

BIld u. Text  B. Künstler / H. Walravens/ W. Wölfel